Arbeitsintensiv und zeitaufwändig: Festplatte leeren


Nicht mehr benötigte Festplatten oder Festplatten mit Software-Problemen verursachen häufig Probleme. Werden Daten nur unvollständig gelöscht, ist Vorsicht geboten. Angeblich leere Laufwerke, die wegen Softwareproblemen formatiert wurden und vermeintlich leer sind, verursachen bei der Neuinstallation von Softwareprogrammen kritische Zustände, wenn noch alte Datenfragmente zurückgeblieben sind. Es ist enorm arbeitsintensiv, eine Festplatte komplett und professionell zu reinigen.

Festplatte leeren | © panthermedia.net / baranq

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Formatieren allein reicht nicht

Oftmals ist das Formatieren einer Festplatte ausreichend. Beim Formatieren wird jedoch nur die Dateizuordnungstabelle gelöscht, die Daten selbst werden nicht überschieben. Das wissen die wenigsten und davon kann auch keiner ausgehen.

Das gilt für das schnelle Formatieren und für die aufwendige Low-Level-Variante. Im Prinzip ähnelt das Formatieren dem Herausreißen des Inhaltsverzeichnisses aus einem Buch, während die restlichen Seiten nicht angetastet werden.

Damit sind die Reihenfolgen der Kapitel oder die Positionen von Textabschnitten nicht mehr erkennbar, die Informationen selbst sind jedoch immer noch vorhanden. Die Festplatte arbeitet dabei prinzipiell magnetisch und es bleiben beim einfachen Formatieren immer alte Informationen auf den Magnetscheiben erhalten. Formatieren Nutzer den Computer, weil beispielsweise die vorhandene Software Probleme bereitet, können bei der Neuinstallation überraschend Teile der fehlerhaften Programme erneut auftauchen – und erneut für Probleme sorgen.

Zuverlässige Methoden stehen kostenlos zur Verfügung

Im Laufe der vergangenen Jahre wurden daher verschiedene Verfahren entwickelt, Festplatten zuverlässig und vollständig zu löschen. Das saubere und rückstandsfreie Eliminieren von Daten ist nicht nur bei Softwareproblemen von großer Bedeutung. Institutionen, Firmen und auch politische Einrichtungen legen großen Wert darauf, dass Daten ausgemusterter Festplatten nicht ausgelesen werden können.

Das physische Zerstören von Festplatten durch Entmagnetisieren ist ein absolut zuverlässiger Weg, Dateien vor missbräuchlichem Auslesen zu schützen. Möchte man die Festplatte jedoch weiter nutzen, bleibt das Überschreiben die einzige Möglichkeit. Es ist erforderlich, die Bitmuster eines Laufwerks gründlich und oft zu verändern, um die Daten unkenntlich zu machen.

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Auf einer Festplatte werden die Informationen als eine Vielzahl von Nullen und Einsen gespeichert. Es reicht nicht aus, die Werte per Software lediglich zu spiegeln oder umzukehren. Mit der gleichen Software könnte dieser Vorgang nämlich wieder rückgängig gemacht werden. Deshalb ist ein sorgfältiges Vorgehen unerlässlich. Eine solche aufwendige Methode ist beispielsweise der Standard 5220.22-M, den das amerikanische Verteidigungsministerium nutzt. Bei diesem Verfahren wird eine Festplatte mit verschiedenen Bitmustern dreimal hintereinander überschrieben. Jedes Bit wird somit dreimal mit einem neuen Wert überschrieben, womit der magnetische Effekt der vorhandenen Reste ausgeschlossen werden kann. Danach dürfte es bei der Installation neuer Software keine Probleme mehr mit Resten der alten Software geben.

Das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnik geht noch einen Schritt weiter und glaubt, ein Verfahren entdeckt zu haben, dass Probleme mit vorhandenen Daten unmöglich macht. Dabei soll die Festplatte sechsmal in umgekehrter Bitfolge überschrieben werden. Am Ende soll die Überschreibung ein siebtes Mal erfolgen, wobei dann ausschließlich die Folge 10101010 usw. genutzt wird.

Der Bruce-Schneider-Algorithmus kostet etwas mehr Zeit, ist jedoch genauso sicher. Das System ähnelt dem vorherigen: Die Festplatte wird ebenfalls sieben Mal überschrieben: Zuerst ausschließlich mit Einsen, anschließend ausschließlich mit Nullen und zum Schluss mit zufällige erstellten Bitmustern. Am zeitintensivsten und gleichzeitig sichersten ist die Methode von Peter Gutmann, die insgesamt 35 Schreibvorgänge in mehreren Reihen durchführt.

Um solche Algorithmen in der Praxis umzusetzen, ist spezielle Software notwendig. Dafür sind die Betriebssysteme von Microsoft jedoch denkbar ungeeignet. Keines der bisherigen Systeme von Windows war bisher in der Lage, Festplatten mit einer der geschilderten Methoden zuverlässig zu überschreiben. Bei allen war lediglich die Standard-Formatierung möglich. Daher sind für diese Arbeit externe Programme notwendig, die kostenlos zur Verfügung stehen.

Festplatte leeren – kostenlose Tools


  • Eraser

    Für das Überschreiben von Festplatten ist „Eraser“ ein empfehlenswertes Programm. Die Freeware arbeitet auf allen Windows-Betriebssystemen ab 95 bis XP einwandfrei und ist als Open-Source mit GNU-Lizenz veröffentlicht. Der Anwender kann aus allen vorhandenen Methoden die geeignete auswählen oder ein eigenes System vorgeben. Das Programm überschreibt Partitionen und Laufwerke gleichermaßen, wobei die Systempartition nicht angetastet wird.

    Hier gehts zum Tool: >>>KLICK<<<


  • DBAN

    DBAN löscht die Festplatte auf der DOS-Ebene. Das Programm kann auf CD, DVD, USB oder Diskette kopiert bzw. gebrannt werden, weshalb die Methode nicht unter Windows gestartet werden kann. DBAN unterstützt alle gängigen Standards und kann diese, falls gewünscht, auch mehrmals hintereinander ausführen.

    Hier gehts zum Tool: >>>KLICK<<<


  • CBL-Datenshredder

    Er wird in zwei verschiedenen Versionen angeboten. Eine davon läuft standardmäßig unter Windows XP, kann die Systempartition jedoch nicht überschreiben. Zusätzlich existiert noch eine DOS-Version auf Diskette oder CD, die beim Bootvorgang die Arbeit aufnimmt.

    Hier gehts zum Tool: >>>KLICK<<<


Sicheres Formatieren kostet Zeit

Allen diesen Varianten ist eines gemeinsam: sie sind sehr zeitaufwändig. Der zu betreibende Aufwand ist jedoch gering im Vergleich zu den Problemen die man bekommen kann, wenn die Laufwerke noch durch Reste fehlerhafter Programme beeinträchtigt werden. Es ist daher zu empfehlen, mit ebenfalls kostenlos erhältlichen Programmen die erfolgreiche Löschung der vollständigen Daten zu überprüfen.